Sommerreifen sind unterschätztes Sicherheitsrisiko

87 Prozent der deutschen Autofahrer fühlen sich mit Sommerreifen im Winter zu sicher. Sommerreifen brauchen auf Schnee und einer Geschwindigkeit von 50 km/h bei einer Vollbremsung rund acht Meter mehr bis zum Stillstand als Winterreifen. 77 Prozent der befragten 1026 Autofahrer glaubten, der Bremsweg wäre nur vier Meter länger. Weitere zehn Prozent gaben an, ihrer Meinung nach unterscheide sich der Bremsweg um höchstens einen Meter.

Diesen deutlichen Abstand zur Realität auf winterlichen Straßen ergab eine Umfrage von GEWIS im Auftrag von eBay-Motors. Ähnlich unsicher waren die Antworten auf Fragen zum Versicherungsschutz: Zwei von drei Autofahrern wussten nicht, ob ein Schaden, der im Winter mit einem mit Sommerreifen ausgerüsteten Auto verursacht wird, durch die Versicherung bezahlt wird. Weitere zehn Prozent schlossen das komplett aus. Tatsächlich besteht diese Gefahr in Einzelfällen nur im Bereich des Vollkasko-Schutzes.

Nach Meinung der Auftraggeber der Umfrage ist der Einsatz von Winterreifen keine Frage des Versicherungsschutzes, sondern eine der Sicherheit. Deutlich wird das mangelnde Sicherheitsverständnis beim Thema Winterreifen auch beim Zeitpunkt des Reifenwechsels: Lediglich elf Prozent der Befragten rüsten ihr Auto bis Oktober mit Winterreifen aus. Weitere 13 Prozent wechseln erst im November, Dezember oder beim ersten Schneefall. Drei von vier Autofahrern ziehen überhaupt keine Winterreifen auf. Dagegen gaben 58 Prozent an, ganzjährig auf M&SReifen zu fahren.

Für fast die Hälfte (47 Prozent) der Autofahrer sind die Ergebnisse von Reifentests das wichtigste Kriterium beim Reifenkauf. Auch der Preis wird mit 41 Prozent als sehr entscheidend angesehen. Die Reifenmarke spielt hingegen mit drei Prozent nur eine untergeordnete Rolle.